SdKfz 222

Der Bausatz ist von ICM und umfasst 57 Teile, davon 2 Ätzteile (Schutz Gitter auf dem Turm und ein Gitter oben auf dem Fahrzeug) . In der Anleitung sind zwei Bemalungsvorschläge vorhanden. Es sind allerdings noch Decals für weitaus mehr Versionen vorhanden. Die Anleitung ist übersichtlich und leicht verständlich. Die Türen können geöffnet dargestellt werden da sie separat angebracht werden, allerdings sind die Innenseiten ohne details.
Der Bausatzumfang :




Was mir beim erstmaligen betrachten der Bausatzteile auffiel ist, das die vorhandenen Teile sehr gut detailiert und auch die Gussqualität sehr gut ist. Lediglich am Notek Scheinwerfer und am Fahrwerk muss eine Sinkstelle zugespachtelt werden. Selbst filigrane details wie die Haken vorne und hinten am Fahrzeug so wie die Hupe und das feine Reifenprofil auf der Lauffläche wurden wiedergegeben, also nicht nur das grobe Stollenprofil sondern auch die feinen Längsrillen auf den einzelnen Stollen des Profils. Erst beim genaueren Vergleichen mit Originalfotos von diesem Fahrzeug wurde klar das doch ein paar details fehlen. So fehlen an dem ansonsten sehr gut detailierten chassis ein paar Teile (u.a. die Lenkstangen) die aber leicht durch Draht ergänzt werden können. Ansonsten fehlen noch die Peilstangen und Winker. Auch ein wenig Zubehör in Form von Helmen Kanistern etc. wären nicht schlecht gewesen.
Der Turm ist auf der Innenseite leider nur sehr grob wiedergegeben, da es im Bausatz wohl nur vorgesehen ist die Gitter auf dem Turm geschlossen darzustellen, verwundert dies auch nicht weiter, da man so eh nichts vom Turminneren sehen würde. Innendetails sind gar keine vorhanden, trotzdem ist der Bausatz sehr gut zum nachträglichen nachrüsten der Inneneinrichtung geeignet, da sich der obere Teil der Karosserie beim fertigen Modell abnehmbar bauen lässt. Auch die Türen liegen separat bei und können geöffnet dargestellt werden. Allerdings müssen dann die Innenseiten dünner geschliffen und nach detailiert werden.
Das MG und der Wagenheber kamen mir auf den ersten Blick recht klein vor. Und tatsächlich sind diese im Vergleich mit anderen 1/72 Bausätzen kleiner. Weshalb ich erstmal skeptisch bin, ob es sich wirklich um einen Bausatz im Maßstab 1/72 oder nicht doch um 1/76 handelt. Obwohl einige Maße im Vergleich mit dem 1/76 Modell von Airfix nahezu identisch sind, sind andere Bereiche wiederum größer beim ICM Modell, vor allem der Turm ist im Radius größer sowie das Dach des Fahrzeugs. So das ich nicht sagen kann um welchen Maßstab es sich hier nun handelt.
Die Passgenauigkeit ist überwiegend sehr gut, das einpassen der Felgen in die Reifen war allerdings etwas kniffelig, da diese nur durch kräftiges drücken in die Reifen passen und dann standen die Felgen auch noch ein wenig nach außen über weil sie sich nicht weit genug reindrücken ließen. Also musste ich diese mit einer klinge wieder vorsichtig heraushebeln, dünner schleifen und erneut einsetzen.
Vorbereitungen zum Innenausbau :
Als erstes hatte ich die Seitenwände innen mit mehreren Schichten Elfenbeinfarbe lackiert um dann festzustellen das die Wände viel zu dick sind und erst dünner geschliffen werden müssen.

Also wurde alles dünner geschliffen und auch die zuvor aufgetragenen Farbe war somit wieder weg. Der eckige Kasten auf der rechten Seite hinter der Türöffnung wurde auch noch entfernt weil er da nichts zu suchen hat. Danach also die ganze Lackiererei von neuem. Nach der ersten Farbschicht wurde der Boden eingefügt. Beim Original besteht er aus Riffelblech. Da dieses Riffelmuster in dem kleinen Maßstab eh nur mit einer Lupe zu sehen wäre habe ich hier Schleifpapier verwendet damit der Boden wenigstens nicht ganz glatt aussieht. Das Fahrwerk ist auch schon soweit montiert. Die Räder sind im gelenkten Zustand wiedergegeben um beim fertigen Modell die Allradlenkung zu verdeutlichen.

Als nächstes waren die Seitenstreben, das Gitter (hinter dem der Motor sitzt) und die zwei Kästen auf Höhe der vorder Räder an der Reihe. Zwischenzeitlich wurden weitere Farbschichten Elfenbeinfarbe aufgetragen. Da die helle Farbe nur schlecht deckend ist waren mindestens 4-5 Farbschichten nötig.

Das Gitter ist aus einer Filterkartusche eines Wasserfilters entnommen und die Trennwand in der das Gitter sitzt, ist aus pappe. Die Streben sind aus dünnem Alublech. Die Kästen vorne wurden nach oben hin mit einem Stück Pappe erhöht und zwar so das sie schräg sitzen. Die Lücken rundherum wurden danach zugespachtelt.
Weiter mit dem Fahrwerk :

Alle silbernen Teile die auf dem Foto zu sehen sind, bis auf die eine Stange ganz vorne, waren im Bausatz nicht enthalten und wurden aus Draht (0,44 mm) und aus dünnem Alublech hergestellt. Die bereits erwähnte vordere Stange wurde ausgetauscht da die aus dem Bausatz zu dick war. Damit ist das Fahrwerk bis auf die Lackierung fertig.
Die Türinnenseiten :
Die Türen waren für meine Zwecke viel zu dick und wurden erstmal dünner geschliffen. Danach wurden die Lücken in der Mitte zugespachtelt (Bild2) und zum Schluss noch lackiert und bestückt (Bild3).



Für die detailierung wurde von Blech über Papier Draht und Pappe alles verwendet. Klinke und Griff sind aus 0,2mm Draht
Die Inneneinrichtung :
Einen Teil der Inneneinrichtung findet man in den 1/72 Figurensätzen von Preiser, z.B. "vorgehende Infanterie Art Nr. 72504" oder "rastende Infanterie Art Nr. 72505". Aus dem Figurensatz wird für die Innen austattung folgendes benötigt :

1x Pistolentasche , 1x MP (das Magazin wird entfernt), 1x MP Munitionstasche, 6x Stielgranaten, 3x Brotbeutel (Trageriemen wurden aus Papier ergänzt), 3x Feldflasche, 3x Essensbehälter und 3x Gasmaskenbehälter.


Die schrägen Wände links und rechts vom Motorraumgitter sind
ebenfalls aus Pappe. Die Axt ist aus der Restekiste, sämtliche Riemen,
Befestigungen und Kistenverschlüsse sind aus Papierstreifen.
Die kleinen Kisten und Behälter an den Seitenwänden sind aus Vaku-Kunstoff
resten hergestellt. Ebenso die MG Gurtkästen. Das Dach bleibt beim fertigen
Modell abnehmbar, so das man in das Fahrzeug hineinsehen kann. Ich schätze mal
erst ein drittel der Inneneinrichtung ist jetzt fertig und das obwohl das Modell
schon jetzt recht voll gepackt aussieht.

(Foto links) das Teil vorne auf der linken Fahrzeugseite (das Kabel das nach oben geht fehlt noch), die zwei Schaltknüppel und die zwei kleinen Erhebungen an den Bodenrändern (da wo das Kabel im Boden verschwindet) sind dazugekommen.
(Foto rechts) Gas-, Brems-, und Kupplungspedale sind aus 0,2mm
draht und sehr dünnem Blech gefertigt.
der silberne Schlauch der auf der rechten Seite beim Originalfahrzeug entlang
verlegt ist, ist hier aus 0,4 mm Draht. Das Sitzgestell ist aus 0,4mm Draht und
Sitz- und Rückenlehne sind aus Plastikresten.
Die Hebel sind allesamt aus Draht je nach Hebel entweder aus 0,2mm 0,4mm Draht
oder 0,6mm Draht. Die Schaltknäufe sind fast alle auf unterschiedliche weise
entstanden. Die Kugelförmigen sind durch kurzes eintauchen in Farbe entstanden,
der längliche Griff ist aus Papier, das um den Draht gewickelt wurde. und der
runde Flache Knauf ist ein dünn abgeschnittenes Stück Kupferdraht, welches noch
platt geklopft wurde damit es richtig dünn wird.
Damit sind die Hebel und Pedale vorne soweit fertig und ich kann mich endlich
wieder den größeren Teilen widmen die man auch ohne Pinzette bearbeiten kann und
die einem nicht ständig weg flitschen.

Die Batterie und der obere runde Teil unter dem sich das Getriebe der Achse
befindet sind soweit fertig. An der Batterie fehlen nur noch die Haltegurte mit
der die Batterie im Fahrzeug befestigt ist.
Der Batteriekörper selbst ist aus zusammengeklebten Kunststoffresten entstanden,
die dickeren Ränder oben und unten an der Seite der Batterie sind aus
Papierstreifen, die Einfüllöffnungen sind aus dünn abgeschnittenem Kupferdraht
(d=0,6mm). Die Batteriekabel sind aus 0,2mm Draht.
Das runde Teil ist aus Spachtelmasse entstanden, in einer Blechform.

Das Lenkrad und die Lenkstange sind aus 0,6mm und der mittlere
teil des Lenkrades ist aus 0,44mm Draht.
Der Feuerlöscher ist aus 1,5mm Draht. Da dieser noch zu dünn war, habe ich ihn
mit einer dünnen Papierschicht umwickelt um den Durchmesser zu erweitern. Der
obere eckige Teil ist aus Kunststoff. Die Haltegurte des Feuerlöschers so wie
der Batterie sind aus Papierstreifen.
Die Arbeit im Fahrzeuginnern im unteren Teil neigt sich langsam aber sicher dem
Ende zu, wird auch Zeit, denn allmählich wirds selbst mit Pinzette richtig eng
in dem Vehikel . Es fehlen jetzt eigentlich nur noch ein paar Kleinigkeiten. Den
schwierigsten Teil, den gesamten Kanonesockel, werde ich mir für den Schluss
aufheben.

Die zwei seitlichen Kisten auf dem Boden sind aus Kunststoff
angefertigt. die Erhebung in der Mitte zwischen den Kisten ist ebenfalls aus
Kunststoff, zusätzlich noch mit dem gleichen Schleifpapier beklebt, welches auch
für den Boden verwendet wurde, da auch hier beim Original die geriffelte
Oberflächenstruktur vorhanden ist.
Die Abdeckplane vor dem Gitter (Feuerschutz/Hitzeschutz ?) war eine ganz schöne
Fummelei , sie besteht aus einem hauchdünnen Stück Taschentuch, an die Enden
wurden noch Drähte befestigt (oben 0,2 mm und unten 0,44mm). Wenn ich das aus
den gefundenen Museums Fotos richtig herausinterpretiere, ist diese Plane in der
Höhe verstellbar und wird wenn sie herabgesenkt wird unten auf einer Rolle
aufgewickelt (ähnlich einem Rollo nur anders herum). Ich habe die Plane ungefähr
in der Höhe abgesenkt dargestellt wie sie auch auf den Fotos des Originals zu
erkennen ist. Hat den Vorteil das man immer noch einen Teil des Gitters sieht,
aber kein richtiger Blick in den Motorraum möglich ist, da ich diesen nicht
ausbauen werde.
to be continued....