Willys Jeep mit Trailer (Airfix)

Der Bausatz umfasst 55 Teile und Decals für eine Variante, dafür sind es aber immerhin 19 Decals die auf den Jeep und den Trailer aufgebracht werden. Enthalten sind im Bausatz : ein Jeep, ein Anhänger, 2 Figuren, ein MG und jede Menge Ladegut (2 gerollte Planen, 1 Fass, 3 Kisten, und 4 Kanister).  Die Anleitung ist leicht verständlich, lediglich die Position des Auspuffs ist völlig falsch angegeben.

Bei den Kanistern fehlen bis auf den, der am Jeep befestigt wird, die Tragegriffe.
Die Figuren sind eindeutig viel zu klein, vermutlich 1/87. Der Jeep kann entweder mit geschlossenem Verdeck oder offen mit MG Lafette dargestellt werden. Allerdings fehlen für die Darstellung bei offenem Verdeck, die zusammengeklappten Verdeckgestänge.

Es gibt einiges zu entgraten, die Passgenauigkeit ist bis auf wenige Ausnahmen sehr gut, z.B. beim Zusammenfügen des Fasses muss
nachgespachtelt werden. Der Kunststoff lässt sich mit dem Klebstoff den ich normalerweise benutze (Revell) nur schlecht verkleben, so das ich die Teile mit Sekundenkleber verklebt habe.

Im Vergleich mit Originalfotos fällt auf, das schon alleine der Chassisrahmen sehr genau wiedergegeben ist. So gut wie alle Details sind vorhanden. In diesem Bausatz wurde auch endlich einmal wert darauf gelegt die Felgen und Reifen richtig detailiert wiederzugeben, die Räder vom Academy und Hasegawa Jeep sehen dagegen furchtbar aus.

Auch die Schalthebel, Scheibenwischer und selbst das Gewehr in der Halterung an der Windschutzscheibe wurden nicht vergessen und das alles zu einem im Vergleich mit anderen Herstellern wirklich günstigen Preis. Das einzige, das ich in dem Bausatz noch vermisse, ist ein Motor und das Modell ist so gut wie perfekt.

Der Bausatzumfang :

Änderungen am Jeep:

Trotz der guten Detailierung des Modells gibt es noch das ein oder andere zu verfeinern.

- Die Seitenwände der Karosserie waren zu dick und wurden zum Rand hin etwas dünner geschliffen.

- Die ovalen Teile am Heck des Fahrzeugs waren auch zu dick, deshalb habe ich sie dünner geschnitten.

- die Verbindungsstellen am Chassis (markiert mit blauen Kreisen), die das zusammenfügen mit den anderen Teilen erleichtern sollen, habe ich so überarbeitet, das man sie nicht mehr sieht, bis auf die zwei in der Mitte, die hatte ich erstmal unverändert gelassen, da ich dachte das man diese beim fertigen Modell sowieso nicht sieht, da noch ein Teil davor gebaut wird. (siehe Foto rechts). Leider habe ich nicht daran gedacht, das man sie aber von oben sehen kann, so das ich auch diese noch unkenntlich machen werde. Der untere Teil des Motors ist wie man sieht vorhanden. Im Vergleich gut zu sehen, die ovalen Teile vor (linkes Foto) und nach der Überarbeitung (rechtes Foto) :

 

- Es gibt einiges zu entgraten, allerdings ohne all zu viel Aufwand

 

Der Motor :

Obwohl im Bausatz kein Motor enthalten ist, ist der Motorraum bereits mit ein paar Details versehen (Mulde für die Batterie, Halterung für den rechteckigen Behälter, Halterung für den Kühler und der untere Teil des Motors ist auch vorhanden).

Deshalb habe ich mich dazu entschlossen den Motor mit allem was dazugehört selber zu bauen. Sämtliche Teile des Motors sind nach Augenmaß angefertigt, da ich keinerlei Maßangaben der Originalteile zur Verfügung hatte. Als Vorlage dienten zahlreichen Fotos von Originalfahrzeugen. Vor allem im Internet sind jede Menge Fotos von restaurierten Fahrzeugen zu finden.
 

Der Motorblock und die Auf- und Anbauten:
- Der Motorblock, der Kühler und der Kasten auf dem rechten Kotflügel, sind aus Resin (Abfall/Reste von einem Resinbausatz)  zurechtgeschnitten/geschliffen worden.

- Aus Drähten mit verschiedenen Durchmessern sind die Rohre, Elektrokabel (aus Litze) auf dem linken Kotflügel, der Krümmer und die Stange zwischen Kühler und Karosserie entstanden. Die Teile des Krümmers sind mit einer Flachzange etwas platt gedrückt worden, da der Krümmer beim Original nicht ganz rund ist.

- Teile von Kunststoff gußästen wurden ebenfalls verbaut (die 2 runden schwarzen Behälter und die Hupe). Da die Gußäste bereits einigermaßen rund sind, musste nicht viel nachgeschliffen werden

Die Motorhaube habe ich ab Höhe des Scharniers abgeschnitten, da sie geöffnet dargestellt werden soll. Der Kühler gefällt mir noch nicht wirklich und wird neu gebaut (siehe Baubericht weiter unten).

Chassis und Karosserie werden nicht verklebt, so das man auch nach Fertigstellung des Modells die Karosserie abnehmen kann um die Details darunter sehen zu können.

So nun sind auch Keilriemen, Spannrollen und der Kühlerpropeller vorhanden (folgendes Foto). Propeller und Keilriemen sind aus Papier, Der Propeller wurde zusätzlich mit Klebstoff getränkt damit er stabiler wird, die Spannrollen und das Zylinderförmige Teil über das auch der Keilriemen läuft sind aus Gußastresten zurechtgeschnitten.
Das silberne Teil dahinter ist aus einem Stück Lötzinn. Der Getriebekasten für die Gangschaltung ist mit Spachtelmasse vorbereitet und muss noch durch schleifen überarbeitet werden.

Der Motor und die Anbauten haben ihren Grundanstrich (Humbrol 86) erhalten (folgendes Foto). Auch Schlauchschellen und Schrauben wurden mit silberner Farbe wiedergegeben. Der Getriebekasten ist ebenfalls überarbeitet und fertig. Der Motorblock ist bis auf ein paar Teile auf der rechten Seite soweit komplett. Das Teil mit den Schalthebeln wurde auseinander geschnitten, der Gangschaltungshebel aus Draht (0,20mm) neu angefertigt, da er zu dick war. Der Schaltknauf wurde erstellt durch mehrmaliges eintauchen in Farbe.

Hier sind nun auch die restlichen Teile angebracht die noch auf der rechten Motorblockseite fehlten, die Kanten am Motorblock wurden durch eine Feile noch etwas abgerundet  :

Der Zündverteiler und das runde Teil weiter hinten am Motor sind aus Kunststoff, die Zündkabel die zum Motorblock führen sind aus Kupferlitze. Das Verlegen und ankleben der Kabel war eine Wahnsinnsfummelei, hat sich aber wie man sieht gelohnt. Auch die Schrauben auf dem Motorblock wurden durch Farbtropfen angedeutet, sind allerdings auf den Fotos kaum zu erkennen :

das Lenkrad :

Die Befestigung für die Lenkradstange im folgenden Foto ist aus einem Stück Kunststoff, welches durchbohrt wurde, damit die Lenkstange eingesteckt werden kann :

Die Lenkradstange wurde noch mit einem Stück Draht etwas verlängert. Das Lenkrad ist hier auf dem Foto noch etwas zu dick und wurde noch dünner geschliffen.

Der Auspuff :

Da vom Auspuff im Bausatz nur der Endtopf vorhanden ist, muss der Rest selbst angefertigt werden. Der Krümmer ist ja bereits am Motor angebaut. Es fehlte also noch das Verbindungsstück zum Endtopf, welches ich aus 0,8mm Draht angefertigt habe. Das Auspuffende ist aufgebohrt.

Die Batterie :

Foto links: die Batterie in ihrer Grundform mit den typischen Einkerbungen oben auf der Batterie welche mit einer Messerklinge eingeschnitzt wurden. Die Batterie ist aus einem ähnlichen Resinstück, wie es rechts daneben auf dem gleichen Foto zu sehen ist, durch zurechtschneiden und schleifen entstanden. Auch dieses Teil ist im ständigen Vergleich mit Originalfotos angefertigt worden. Die weißen streifen (sind aus Papierstreifen entstanden) auf der Batterie müssen noch Silber bemalt werden. Die Einfüllöffnungen der Batterie so wie die runden Teile auf den Streifen sind durch auf getupfte Farbtropfen entstanden.

Die Karosserie :

Da mir der Kühler nicht wirklich gefiel, habe ich ihn noch mal neu angefertigt aus einem Stück Resinabfall das ich entsprechend zurechtgeschnitten und gefeilt habe. Oben wurde noch der Einfüllstutzen fürs Kühlwasser ergänzt, der aus einem Stück Plastik hergestellt wurde. Die Gravur oben auf dem Kühler wurde mit einem Messer eingeschnitzt. Die Scheinwerfer sind aus dem Bausatz, lediglich das Stück Kunststoff zwischen ihnen wurde entfernt. die Rückseiten wurden erst mit Silber und dann darüber mit schwarz bemalt, so das man wenn man von vorne in die Scheinwerfer sieht, die Scheinwerfer Silber schimmern mit entsprechender Tiefenwirkung wie beim Original.

 Die vorderen Sitze wurden unverändert verbaut. Die Rücksitzlehne wurde etwas gekürzt da sie zu weit nach oben hinausragte. Die Windschutzscheibe muss auch noch etwas abgeändert werden, da sie sonst zu schräg nach hinten gerichtet ist (siehe folgendes Foto). Auch gut zu sehen die angedeuteten Griffe auf der Karosserieseite die noch herausgearbeitet werden müssen.

Die Kabel für den linken Scheinwerfer sind noch nicht an diesem befestigt. Die Karosserie ist unten im Bereich des Schaltgetriebes dünner geschnitzt, da Karosserie und Chassis sonst nicht mehr zusammengepasst hätten. Da die Karosserie auch beim fertigen Modell abnehmbar bleibt, wurde der Karosserieboden deshalb noch in dem Bereich aufgeschnitten, durch den die Schalthebel ins innere gelangen.

Bemalung der Armaturentafel :

Die 5 Zeigerinstrumente zu bemalen war etwas kniffelig, da sie auf der Armaturentafel nicht mal angedeutet waren. Zuerst wurde das ganze in Olivgrün (Humbrol 86) bemalt. Danach wurden die schwarzen Kreisflächen, die Schalter links  und rechts die Hinweistafeln schwarz bemalt. Dann wurden die Zeiger in Weiß (Revell 5) aufgemalt. Die Nieten, mit denen die Hinweistafeln befestigt sind, sind in Silber (Revell 90) bemalt. Die Schrift auf den Hinweistafeln wurde danach noch durch die Farbe Silber dargestellt, die noch etwas verwischt wurde.

Änderung der Windschutzscheibe:

Der Klappmechanismus der Windschutzscheibe hat nicht die richtige Form (siehe Foto links) und die Arme sind zu dick, die Scheibe wirkt dadurch im aufgerichteten Zustand zu weit schräg nach hinten gerichtet. Im nachhinein konnte ich allerdings Originalfotos finden in denen die Scheibe tatsächlich so schräg sitzt, die Arme sahen allerdings trotzdem anders aus.

Deshalb wurden die Befestigungsarme aus Draht (d=0,6mm) neu angefertigt (siehe folgendes Foto). Die Scheibe ist insgesamt etwas zu dick, da allerdings so viele Details an ihr wiedergegeben wurden, werde ich sie nicht neu anfertigen.

Griffe an der Karosserie :

Die Griffe an den Seiten waren nur angedeutet und wurden mit einer Messerklinge sichtbar herausgearbeitet/unterhölt. Die Griffe hinten auf den Ecken der Karosserie wurden noch etwas abgerundet. Die Anhängerkupplung ist mittlerweile auch befestigt.

Luftventile an den Reifen:

Die Ventile sind aus Draht angefertigt (d=0,20mm). Hier auch gut zu sehen die aufgebohrte Auspufföffnung und der Griff auf der Karosserieseite.

Schutzbügel für die Tarnleuchte (Blackout light) :

Der Schutzbügel ist aus Resten eines Ätzteilebogens entstanden, über einem Schraubendreher rund gebogen. Die Stelle auf der der Bügel angebracht wurde musste noch zugespachtelt werden, da dort eine Vertiefung vorhanden war. Der Sockel der Tarnleuchte wurde noch gekürzt da die Leuchte sonst zu hoch gewesen wäre. Auf dem Foto rechts sind auch sehr gut die silbernen Innenbereiche der Scheinwerfer zu erkennen.

Verdeckstangen und diverse aufbauten :

Seitenspiegel, Verdeckstangen, Tarnleuchte mit Stromkabel und Schutzbügel sind angebracht. Auch Benzinkanister, 30 cal. MG und Reserverad sind befestigt.

Die MG Lafette ist nach Vorgabe nicht ganz richtig platziert, also Loch zugespachtelt und das MG etwas weiter vorne rechts befestigt.

Die Stange vom Seitenspiegel aus dem Bausatz war zu dick und wurde durch 0,6mm Draht ausgetauscht (gefällt mir immer noch nicht so wirklich, aber muss erstmal reichen). Für die Spiegelfläche habe ich Spiegelfolie verwendet.

Die Verdeckstangen sind ebenfalls aus 0,6mm Draht, die Befestigungen sind aus Ätzteilresten. Das ganze hat wirklich viele Versuche und nerven gekostet diese Teile zu befestigen.

An der Tarnleuchte selbst habe ich nur den Sockel etwas gekürzt, im Kotflügel war eine Vertiefung die zugespachtelt werden musste, Der Schutzbügel ist ebenfalls aus einem Ätzteilrest entstanden. Das Stromkabel der Tarnleuchte ist aus 0,2 mm Draht.

hier mal ein Foto mit aufgesetzter Karosserie und Größenvergleich. Die noch weißen Teile, auf denen beim Original der Kühlergrill befestigt ist, sind aus Vaku-kunststoffresten entstanden. Ein washing mit der Farbe schwarz wurde ebenfalls durchgeführt, besser zu sehen auf dem folgenden Foto:

Sämtliche Decals sind angebracht, sie sind hauchdünn und lassen sich sehr gut anbringen. Die verschiedenen Farben mancher decals wurden nicht exakt mittig übereinander gedruckt. So das z.B. der weiße Rand um den großen Stern unterschiedlich dick war (siehe Foto Bausatzumfang decals). So das dieser erstmal entsprechend zugeschnitten werden musste.

Die Flagge auf der Windschutzscheibe kommt mir doch recht groß vor, bleibt aber erstmal drauf bis ich eine kleinere gefunden habe. Der weiße Streifen unter der Flagge ist nur durch das Blitzlicht so stark zu sehen, sonst fällt er nicht weiter auf. Auch der Stern auf der Motorhaube wirkt sehr groß, da der Stern allerdings in verschiedenen Größen auch auf Originalfahrzeugen zu sehen ist werde ich diesen erstmal so akzeptieren.

Es fehlt noch ein wenig Schmutz am Fahrzeug und ein paar Kleinigkeiten wie Batteriekabel, Ventil am Reserverad, Lochplatte unter dem Auspuff sowie etwas Zubehör (ein Seil um die Stosstange Taschen Helme, etc.), aber im großen und ganzen ist das Modell fertig, so dass ich mich jetzt an den Anhänger wagen kann.

 

Fazit :

Wer die älteren Airfix Bausätze kennt, weiß das Airfix bisher eigentlich nicht wirklich für besonders gute Bausätze stand, eher für günstige schnell zu montierende, im Maßstab nicht ganz exakte und dürftig detailierte Bausätze. Mit den neuen Bausätzen, die offenbar in Zusammenarbeit mit Heller entstanden sind (wer nun die Formen hergestellt hat weiß ich nicht), hat Airfix einen Riesen Sprung an die Spitze unternommen. Auch Heller gehörte mit seinen alten Bausätzen eher in die gleiche Kategorie wie die alten Airfixbausätze. Aber bereits am neueren VAB 4x4 Bausatz  ist zu erkennen das sich da einiges getan hat.

Mit diesem Bausatz hat Airfix einen Bausatz der spitzenklasse zu einem bisher einmalig günstigen Preis herausgebracht. Das  Preis-leistungs verhältnis ist sehr gut (der Bausatz ist für ca. 5 Euro erhältlich). Vor allem die Detailfülle hat mich begeistert, es gab zwar auch hier noch Teile die fehlten wie z.B. das Mittelstück des Auspuffs oder die heruntergeklappten Verdeckstangen, aber bei den Details, die vorhanden sind, sieht man das wirklich viel wert auf eine detailgetreue Wiedergabe gelegt wurde, auch bei den Rädern, deren Details sonst fast bei allen Bausätzen auch andere Hersteller vernachlässigt werden. Im Vergleich mit dem Hasegawa und Academy Jeep (siehe Baubericht Ford GPW Willys Jeep) wirken diese Modelle eher wie Spielzeug.

sehr zu empfehlen !

to be continued ...

weitere Fotos vom fertigen Modell